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Talen und Velvet 04
 

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Als ein frischer Duft von gebratenem Fleisch durch die Höhle schwebte, erwachte Talen und richtete sich auf. Er sah, wie Velvet ein Ferkel über dem Feuer röstete und die Kruste mit ein wenig Fett bestrich. Allein der Anblick machte Hunger. "Das riecht gut." Mehr sagte er nicht, dann kam er vorsichtig auf die Beine und ging ebenso vorsichtig in die kleine Höhle. Jetzt brauchte er die Hilfe nicht mehr, es ging ihm deutlich besser.

Ein leises "Ist gleich fertig." wehte ihm noch nach, das keinerlei Magie enthielt - Vel wußte, daß er die Magie jetzt nicht brauchte, und folgte dem nackten Körper Talens mit den Augen, bis dieser nicht mehr zu sehen war. Als er sich selbst dabei ertappte, lachte der Blauäugige sanft und schüttelte den Kopf - wisperte ein leises "Du bist unverbesserlich, Hm ? Ja." zu sich selbst und summte schließlich vergnügt, als er das Ferkel vom Feuer nahm und den Spieß herauszog. Schnell und gekonnt hatte er es aufgeschnitten und auf zwei Tellern verteilt - dazu schnitt er noch einige Äpfel auf und legte dicke Brotscheiben dazu, stellte alles auf den kleinen Tisch und schenkte ihnen Tee ein, damit sie in Ruhe zu Abend essen konnten.

Talen kam auch sehr bald zurück. Er hatte Hunger und setzte sich dann auch an den Tisch. Er war nackt, leider, aber er würde wohl eh gleich wieder zurück in die Felle gehen. Es war ein Abendessen. "Das sieht sehr gut aus... Danke fürs Jagen.... und daß du dich so um mich kümmerst." Es fiel ihm etwas schwer, Letzteres zu sagen, er war es nicht gewohnt. Sein Hunger brachte ihn aber rasch zum Schweigen und er fing an, zu essen.

Erneut löste sich ein leises Schmunzeln aus Vels Kehle und er aß einige Bissen - doch dann legte er das Besteck zur Seite und neigte sich zu Talen, hob dessen Kopf am Kinn behutsam an und küßte ihn wieder auf die Lippen, ehe er losließ und sich wieder seinem Braten widmete. **Nun brauchst du dich nicht mehr dafür zu bedanken, daß ich mich um dich kümmere, mein Hübscher.** Vel sendete, denn auf diese Weise konnte er durchklingen lassen, daß dieser Kuß wirklich genug war und er zwar mehr erhoffte, doch niemals fordern würde. Und auch, daß er die Gegenwart Talens genoß; egal, ob sie nun intimer werden würden, oder nicht, was ihn jedoch nicht davon abgehalten hatte, sich diesen sanften Kuß zu rauben.

Aber gerade dieser Kuss warf Talen etwas aus der Bahn. Das war so sanft und überraschend gekommen, daß sein Herz etwas schneller klopfte. "Du bist ein seltsamer Bursche." stellte Talen fest und versuchte, sich mit dem Essen abzulenken. "Schläfst du wieder bei mir heut Nacht ?" kam es wie von allein über seine Lippen, und er wusste nicht, woher es gekommen war. Vielleicht, weil er es auch schön fand, wer weiß.

"Aber natürlich - es hat hier nur ein Bett und wir können die Wärme beide gebrauchen, schließlich sind die Nächte noch immer frisch. Und ich bevorzuge es immer, bei einem hübschen Kerl zu schlafen, das solltest du doch inzwischen mitbekommen haben, Hm ? Aber keine Sorge - ich springe Niemanden gegen seinen Willen an, das überlasse ich den Menschen." Daß er es eigentlich selten nötig hatte, Jemanden zu überreden, sagte Vel jedoch nicht - man sah es nur an dem kurzen, neckenden Glitzern seiner Augen, ehe er sich wieder dem Essen widmete, als ob nichts passiert wäre.

"Dann bin ich ja beruhigt." brummte Talen, ohne zu wissen, worauf er sich einließ. Klar wusste er, daß Velvet ein Verführer war, aber bisher hatte er noch keine Anstalten gemacht... außer den kleinen Küsschen, die aber nicht aufdringlich gewesen waren. Talen aß in Ruhe auf und rülpste dann leise. Er war pappsatt, das Fleisch war schon was ganz Anderes als der Eintopf. Morgen wäre er sicher wieder fit.

Auch Vel wurde fertig und trank den letzten Rest seines Tees, ehe er das Geschirr aufnahm und in die Schüssel legte, sie leise summend in die Kammer mit den Wasserbecken brachte und dort ausspülte. Dann kam er wieder zurück und stellte das Geschirr in das kleine Regal, ehe er zu Talen kam und sich zu ihm neigte. "Möchtest du baden, ehe wir einschlafen ?"

"Hmmm... das wäre sicher nicht schlecht." erwiderte Talen leise und nickte sacht. Ein Bad würde gut tun. Es war eh selten, daß er warm baden konnte, und so nutzte er die Gelegenheit. "Gern." So folgte er Velvet nach hinten in die Höhle und stieg schon mal in das warme Wasser, während Velvet sich auszog.

Es war nicht viel, das der Dieb ausziehen mußte, und so legte er seine Hose auf die Seite und kam zu ihm in das Becken, während er einen der Lappen aufnahm. Dann begann er, behutsam über die Muskeln und die noch immer wunde Haut Talens zu waschen und summte dabei leise, lächelte und genoß es, den Körper des Anderen zu berühren.

Bei dem Summen bemerkte Talen erst, daß er Velvet wohl einen großen Gefallen getan hatte. "Du machst so was gern, oder ?...Berühren und so ?" hakte er nach, und nahm seinerseits einen Lappen, um Velvet zu waschen, damit nicht nur er was bekam. Er fand den Blauäugigen wirklich etwas seltsam... er war ihm auch ein wenig suspekt, weil er ihn nicht wirklich einschätzen konnte, aber er traute ihm.

"Das stimmt ... ich genieße es, zu berühren, vor allem, wenn das, was ich berühre, auch berührenswert ist." Noch während er sprach, kam Vel ein wenig näher - er genoß es auch, daß Talen ihn nun wusch, doch er unterbrach dabei nicht einen Moment das Säubern des Anderen. Schließlich war er ganz nahe bei ihm und kuschelte sich ein wenig näher, ehe er seine Lippen über die Wange des Grünäugigen kosen ließ und sich schließlich wieder ein wenig entfernte. "Ist es denn schlimm für dich, berührt zu werden ?"

Talen hatte tiefer eingeatmet. Ihm wurde richtig warm und das kam nicht vom heißen Bad. "Ich bin es nur nicht so gewöhnt." gab er leise zu und drehte seinen Kopf, so daß er Velvet in die Augen sehen konnte. "Ich bin schon immer ein Einzelgänger gewesen."

Ein leises "Ich weiß." wispernd, widmete der Blauäugige sich weiterhin der Aufgabe, Talen behutsam zu waschen ... daß dieser ein wenig schwerer atmete, entging seiner Aufmerksamkeit ebensowenig wie die Tatsache, daß der Assassine sich dabei ein wenig unwohl zu fühlen schien. Dann wisperte Vel ein leises "Du brauchst nichts zu befürchten ...." an die Lippen des Anderen und küßte ihn zart, ehe er aufstand und aus dem Wasser stieg, sich abtrocknete und noch kurz lächelte, ehe er in die Haupthöhle und zu ihrem Lager ging, um sich dort schon hinzulegen.

Leise seufzend blieb Talen zurück. Er genoss das Wasser noch ein wenig, dann kam auch er heraus, trocknete sich ab und ging langsam zurück in die Höhle. Er ging aber noch kurz zu den Pferden und warf einen Blick auf seinen Hengst. Der lag im Moment und knabberte an etwas Heu herum. Also fühlte er sich wohl und Talen war beruhigt. So kam er wieder zurück und legte sich zu Velvet. "Er fühlt sich wohl...hier hat er es schön." Es war auch nochmal ein Danke, nur eben auf seine Art und Weise.

Vel hatte ihm das Fell aufgehalten und deckte den Grünäugigen zu, sobald er sich zu ihm gelegt hatte, dann schmunzelte er und kuschelte sich ein wenig näher, als er ihm leise antwortete. "Ich danke dir ... dein Hengst ist auch erstaunlich ruhig und brav, ich habe bisher noch Keinen gesehen, der so ist. Mitunter auch ein Grund, weshalb ich eigentlich nur Stuten reite, denn ich bin nicht so gut im Reiten. Und nun solltest du noch ein wenig schlafen, du brauchst es, um zu Kräften zu kommen." Erst bei den letzten Worten ließ Vel ein wenig seiner beruhigenden Magie einfließen, denn der Körper Talens brauchte den Schlaf und er bezweifelte, daß der Assassine freiwillig so tief schlafen würde, wie es nötig war.

Talens Körper reagierte auch sofort entsprechend und er schlief weg, bevor er noch etwas antworten konnte. Das gute Essen hatte mit dazu beigetragen, daß er müde war und die Worte Velvets unterstützten es so, daß Talen tief und fest einschlief, damit sein Körper die Ruhe fand, die er brauchte.

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Talen erwachte wegen seinen Träumen. Die waren doch sehr erregend gewesen und er wurde schlagartig wach, weil er eine morgendliche Erregung bekommen hatte. Es war etwas, das er lange nicht bekommen hatte, und er gab die Schuld Velvet. Der lag nämlich an ihn geschmiegt da und er hatte ihm am Abend mit der Stimme beeinflusst. Weg konnte Talen jetzt aber nicht, Velvet hatte seinen Arm wie ein Kraken um ihn geschlungen und als der Blauäugige sich leicht bewegte, keuchte Talen leise.

Vel schlief noch und handelte eigentlich unbewußt, als er sich noch näherkuschelte und leise seufzte. Seine Rechte glitt wie von selbst über die Hüfte des Grünäugigen und weiter nach vorne, blieb schließlich an dessen erwachender Härte liegen und die schlanken Finger schlossen sich wie von selbst darum, während Vel sein Gesicht in die Halskuhle Talens kuschelte.

Talen riss dabei seine Augen auf. Jetzt war er wirklich wach und keuchte im nächsten Moment etwas tiefer auf. Er überlegte, ob Velvet nicht doch wach war, aber der Atem sagte, daß der Blauäugige schlief. Eine dicke Gänsehaut rann im nächsten Moment über seinen Rücken. Sein Körper reagierte und bei jedem Ausatmen des etwas Kleineren kam diese Gänsehaut wieder. **Velvet ?**

Es dauerte eine Weile, bis die Frage Talens in die Gedanken des Diebes drang und ihn ebenso langsam aufwachen ließ. Daß er dabei unbewußt immer wieder über die Härte in seiner Hand streichelte, bemerkte er jedoch nicht, da es etwas war, das er schon unbewußt tat. Langsam hob er seine Lider und lächelte zu Talen hoch, ehe er sich wieder an ihn kuschelte und leise in dessen Gedanken antwortete. **Hm ?**

Talen stöhnte erneut leise. Diese Senden war so sanft, daß es schon wieder erregend war, und die kosende Hand tat noch ein Weiteres dazu, so daß Talens Körper langsam wärmer wurde. **Wenn du so weitermachst, dann komme ich.** antwortet er somit und schickte ungewollt seine erregten Gefühle zu Velvet.

Ein leises **Gerne ...** in die Gedanken des Grünäugigen wispernd, lächelte Vel und löste sich ein wenig von ihm, um unter die Felldecke zu schlüpfen und seine Finger durch weiche Lippen und eine warme Zunge zu ersetzen. Der schlanke Dieb war noch immer nicht völlig wach - doch da er eigentlich nie einfach 'nur' neben Jemanden schlief, ohne daß dabei auch etwas mehr lief, reagierte er unbewußt und genoß es, Talen einfach zu verwöhnen und dessen Körper zu erregen.

Talen konnte es kaum fassen, ließ sich dann aber gehen und genoss das Kosen. Was Anderes hätte er auch nicht tun können, er war hocherregt und sein Körper schrie nach dieser Zärtlichkeit. So dauerte es auch nicht sehr lange und er kam mit einem leisen, eher verbissenen Aufschrei. "Das gibt's nicht..."

Geübt fing Vel den Samen in seinem Mund und schluckte ihn, leckte den letzten Rest noch von der Männlichkeit des Anderen und kam wieder hoch, um ihm einen sanften Kuß auf die Lippen zu hauchen. Dann legte er sich wieder neben ihn und kuschelte seinen Rücken an die Brust Talens, fiel fast sofort in einen tiefen Schlaf und lächelte dabei, ohne es zu bemerken.

Die Fassungslosigkeit Talens stieg noch an und sein Körper forderte mehr... viel mehr. Er war schon wieder erregt. Allein der Gedanke an das eben machte Talen heiß und seine Männlichkeit verhärtete sich erneut und drängte sich an Velvets Hintern. ‚Ach Scheiß drauf....' Talen warf alle Überwindung beiseite, schob mit seinem Bein Velvets etwas vor und drang dann in ihn ein. Feucht war er noch von Velvets Zuwendung, so war es deutlich leichter.

Erneut wurde der tiefe Schlaf des Diebes unterbrochen. Doch es war eine mehr als nur angenehme Unterbrechung und er entspannte sich automatisch, kam Talen noch entgegen und lächelte, als er wieder halb aufwachte und es genoß, daß der Assassine in ihn drang. Instinktiv entspannte er sich und lehnte sich noch mehr an den Körper Talens; drehte leicht den Kopf, summte leise und ließ es dann in eine Art Schnurren ausklingen, das mehr als nur deutlich zeigte, wie sehr ihm das gefiel.

Und weil es Velvet so gefiel, ließ Talen sich gehen und holte sich, was sein Körper verlangte. Das hier und jetzt war eh so erregend. Velvet bewegte sich sanft, schnurrte fast und so stieß Talen langsam in einem gleichmäßigen Takt in den willigen Körper des Blauäugigen. Nebenher verging er sich an dessen Ohr und knabberte an dem Ohrläppchen herum.

Die leisen Laute Vels wurden noch ein wenig dunkler, als er seinen Körper noch mehr entspannte und sichtlich genoß, was der Assassine mit ihm tat. Auch das war etwas, das er in den vergangenen Jahrhunderten nur zu gern gelernt hatte: Seinen Liebhaber sogar im Halbschlaf zu befriedigen und dabei selbst höchsten Genuß zu finden, während der Halbschlaf dafür sorgte, daß er sich weiterhin erholen und diese Art von ruhigem Sex noch mehr genießen konnte. Und er genoß es wirklich - Talen wurde nicht härter oder wilder, als er in ihn stieß, sondern behielt einen Rhytmus bei, den sie Beide auskosten konnten, ohne viel Kraft dabei zu verwenden.

Daß so etwas sein könnte, daran dachte Talen gerade nicht. Er bekam es mit, aber es beschäftigte ihn noch nicht, dazu war es zu schön gerade. Er behielt seinen Takt bei und seine Hand legte sich an die Erregung des Kleineren. Hin und wieder hörte er leise Worte wie "Mein Hübscher..." oder "Talen...", etwas, das ihn zum Lächeln brachte.

Und nicht nur das ... Vels Körper antwortete freudigst auf die Berührungen und erhitzte sich stetig, als seine Lust im selben Maße anstieg wie die des Anderen. Langsam wurden seine Worte durch ein simples Seufzen ersetzt, das sich bald in leises, dunkles Stöhnen wandelte, das nur manchmal durch ein fast nicht hörbares Wimmern unterbrochen wurde. Es war einfach zu schön und zu lange entbehrt, als daß es lange dauern würde - bei einem jeden Stoß bebte der Körper Velvets und seine Lust stieg an, bis er sich schwer atmend an Talen drängte und fühlbar nicht mehr weit von seinem Kommen entfernt war.

Aber zuerst kam Talen, denn auch er hatte diese Vergnügen zu lange nicht mehr gehabt, als daß er sich lange zurückhalten konnte. Er kam mit einem dunklen Aufstöhnen und verströmte sich warm in den willigen Körper. Sein Eigener wurde von dem Orgasmus durchzogen und trieb ihm ein wohliges Schaudern über die Haut. Es war atemberaubend, gerade, weil Velvet so willig war.

Und genau dies hatte es gebraucht, um auch den Dieb zu bringen. Mit einem leisen Wimmern fühlte er die Wärme des Samens, der ihn erfüllte, und sein eigenes Kommen auslöste, das sanft und heiß durch seinen Körper strömte und ihn einen Moment um die Härte Talens verengen ließ. Doch dann entspannte sich Vel wieder, lächelte zärtlich und driftete tiefer in seinen Schlaf; behielt dabei das wohlige, gesättigte Lächeln bei und genoß selbst im Schlaf ihre noch immer bestehende Verbindung.

Talen konnte es nicht fassen, daß Velvet wieder eingeschlafen war. Und so langsam wurde ihm bewusst, daß der Dieb alles nur im Halbschlaf getan hatte. Gerade das verursachte ein blödes Gefühl in Talens Magengegend. Es war ein dummes Gefühl, daß er es nicht mal geschafft hatte, Velvet richtig wach zu bekommen. So löste er sich einfach, drehte sich herum und lag Rücken an Rücken mit Velvet. Er brauchte eine ganze Weile, dann fiel er in einen Wachschlaf und vergaß vorübergehend, was da passiert war.

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Es dauerte noch einige Stunden, bis Velvet wieder aufwachte ... er hatte sich zu Talen gedreht und an dessen Rücken gekuschelt und ein leiser, wohliger Laut entwich seiner Kehle, der aber fast zu leise war, um gehört zu werden. Er fühlte sich gut - mehr als nur gut, und ein sachtes Gefühl sagte ihm, daß es daran lag, daß ihn der Assassine scheinbar des Nachts genommen haben mußte. Daß er dabei nicht völlig aufgewacht war, zeigte, daß es herrlich gewesen sein mußte - und in der Tat hatte er daraufhin die herrlichsten Träume gehabt und seufzte leise, hauchte einen zarten Kuß auf die kräftige Schulter vor sich und kuschelte sich wieder näher, denn Talen war nicht nur herrlich warm, sondern - wenn seine Erinnerung nicht trügte - ein herrlicher Liebhaber.

Talen erwachte durch den Kuss und schauerte leicht. Aber nur, bis ihm in den Sinn kam, was gewesen war. So schälte er sich aus den Fellen und verschwand recht schnell in der Höhle mit dem warmen Becken. Daß Velvet im Halbschlaf gewesen war, nagte an ihm und er knurrte leise, weil er weiter drüber nachdachte. Er erleichterte sich rasch und stieg dann in das Becken, um sich kurz überzuwaschen. Sein Blick war finster und kalt, es war demütigend gewesen.

Nun doch ein wenig verwundert, sah ihm Vel nach - dann stand auch er auf und ging in die hintere Höhle, erleichterte sich dort und wusch kurz über seine Männlichkeit, ehe er zu Talen ging und neben das Becken kniete. **Was hast du ? Ich ... habe ich dir etwas getan ? Bitte verzeih ... ich bin es nicht gewohnt, neben Jemanden zu liegen, ohne mit Demjenigen auch Sex zu haben. Und manchmal, wenn ich mir etwas sehr wünsche, kommt es im Schlaf heraus ... es ... es ist ein Fehler von mir, ich genieße es dann so sehr, daß ich nicht aufwache - nicht merke, wenn ich Jemanden verführe.** Es nagte an dem Dieb, daß Talen so kalt war - er fürchtete, daß er etwas getan hatte, daß dieser nicht wollte, und hoffte, daß diese Nacht nicht alles ruiniert hatte.

Talen versuchte, zu verstehen.. Die Worte begriff er nur langsam. **Es ist nur so, daß, wenn ich schon Felle teile, daß Derjenige auch wach sein sollte... als du gleich wieder eingeschlafen warst, kam ich mir wie ein Trottel vor.** Er versuchte, seinen geknickten Stolz nicht zu sehr durchklingen zu lassen, und doch kam etwas durch. Aber er wusste auch, daß er gerade über diesen Stolz gestolpert war.

**Ihr Götter ...** Langsam dämmerte auch Vel, was hier passiert war und er seufzte leise, nickte und stieg zu Talen in die Wanne, um ihm näher zu sein. **Das war nicht so gemeint, Talen. Ich ... du weißt, wie wichtig es für uns ist, wachsam zu sein - selbst im Schlaf. Das war keine Herablassung von mir, daß du nicht gut genug wärst, daß ich es für nötig halten würde, aufzuwachen - das genaue Gegenteil war der Fall. Ich vertraue dir ... sogar so sehr, daß ich tief geschlafen habe, und du warst so gut, daß ich es so sehr genossen habe, daß mein Unterbewußtsein keine Gefahr fühlte, und ich nicht völlig aufwachte. Es war ein Zeichen meines Vertrauens - auch wenn ich mir im Nachhinein wünschte, ich wäre aufgewacht, um es völlig zu genießen und dir keinen falschen Eindruck zu verschaffen.** Man hörte dem Blauäugigen an, wie sehr er sich selbst für diese Eigenart schimpfte - und seine mangelnde Kontrolle darüber, denn wenn man nichts davon wußte, konnte man es wirklich völlig falsch verstehen.

**Ich verstehe es ja jetzt.... aber es ist nun mal ungewohnt, wenn es genau andersrum ist, als es gewöhnlich ist. Vielleicht bin ich auch zu stolz, ich weiß auch nicht.** Nach seinem Senden knurrte er leise, es war der Groll über sich selbst, weil er es nicht gleich kapiert hatte, was los war. **Vergessen wir das.**

Bei dem Knurren huschte ein Lächeln über Velvets Lippen und er nickte, neigte sich vor und hauchte einen sanften Kuß auf die Lippen des Anderen, sendete ein leises **Gerne.** und setzte sich dann an das andere Ende des Beckens, um damit zu beginnen, sich zu waschen. In diesem einen Wort lag so viel - einerseits, daß er akzeptierte, daß Talen nicht mehr darüber reden wollte, doch andererseits auch, daß er offen war und nichts dagegen hätte, wenn sich ihr nächtliches Techtelmechtel wiederholen würde.

Und Letzteres sorgte dafür, daß Talen leise seufzte. "Du bist wirklich so, wie man immer sagt, oder ?" hakte er nach und er wusste, daß Velvet wusste, worauf er anspielte.

Die Frage überraschte den Dieb - doch dann schmunzelte er und nickte, veneigte sich galant und lächelte wieder verschmitzt zu Talen. "Aber natürlich ? Ich habe mir meinen ... Ruf ... über die Jahrhunderte verdient, ich bin ein Lebemann, Verführer und Charmeur. Daß ich nebenher auch noch ein Dieb, Spieler und manchmal auch ein Meuchler oder Betrüger bin, wissen nur die, die es wissen sollen, doch das genügt. Ich kann leider nicht aus meiner Haut - und ich sage eigentlich niemals Nein, wenn mir ein so hübscher Kerl wie du es bist, Avancen macht." Es war ehrlich gemeint, auch wenn er nicht sendete - viele würde diese Worte dazu hernehmen, Talen zu verletzen oder zumindest zu beleidigen, doch Velvet meinte ein jedes seiner Worte so, wie er es sagte.

Talen nickte auf die Worte. "Ich verstehe." Er sah sie wirklich nicht als Beleidigung, er verstand, was Velvet meinte. "Und wegen den Avancen...vielleicht mache ich dir nochmal welche... aber dann, wenn du wach bist."

**Mich aufzuwecken ist sehr leicht - du brauchst mich nur zu küssen, mein Hübscher.** Vel konnte nicht verhindern, daß in seinen Gedanken durchklang, wie sehr er sich darüber freute - doch er würde den Anderen zu nichts zwingen, auch wenn er alles, das ihm dieser geben wollte, mit mehr als nur offenen Armen empfangen würde. Um sie ein wenig auf andere Gedanken zu bringen, sprach der schlanke Dieb nun etwas Anderes an, das jedoch die nächsten Tage wichtig werden konnte. "Möchtest du Kleidung von mir ? Ich bin zwar ein klein wenig kleiner und schlanker, doch einige meiner Sachen müßten dir passen, bis du kräftig genug bist, daß wir in die nächste Stadt zum Schneider oder Händler können ?"

"In meinem Gepäck müsste noch Kleidung sein... oder haben die Trolle es raussortiert ?.....Hmm. Wahrscheinlich, es war ja nicht nützlich für sie." Talen seufzte leise, nickte dann aber. "Ich nehme das Angebot gerne an. Ich hatte eigentlich nicht vor, nackt in die Stadt zu reiten." Fast zu kurz, als daß man es erkennen konnte, huschte ein Grinsen über seine Lippen. "Du hättest da sicher nichts gegen, oder ?"

"Ich ?" Einen Moment lang zeigte Vel ehrliches Entsetzen und völlige Unschuld - doch dann lachte er leise und seine Augen glitzerten vor Freude, als er ein dunkles, schon fast sinnliches "Ich hätte überhaupt nichts dagegen ... nur, daß du dich dann vor Angeboten nicht mehr retten könntest ...." wisperte und dabei seine Fingerspitzen über den Unterschenkel zum Knie Talens hochstreicheln ließ.

"Das hättest du wohl gern... daß mir dann alle nachsabbern..." wisperte Talen und stoppte die streichelnden Finger mit seiner Hand, bevor sie zu hoch kamen. Er besah sich die schlanken Finger und lächelte knapp. "Kein Wunder, daß du so ein guter Dieb bist... der Ausdruck Langfinger passt ziemlich gut zu dir."

Vel lachte leise und nickte, kam ein wenig näher und wisperte ein sanftes "Ich weiß." an das Ohr Talens, ehe er sich wieder von ihm löste und aufstand, langsam aus dem Becken stieg und nach einem Handtuch griff, um sich damit abzutrocknen. Der Grünäugige hatte es richtig erkannt: Gerade seine schlanken Hände waren eine Grundvoraussetzung, daß er gut stehlen konnte.

Talen sah ihm nach und stieg dann auch aus dem Wasser. Er wollte seinen Körper etwas auskühlen lassen und dann noch die restlichen Wunden heilen. **Ich werde dann noch die restlichen Wunden heilen.... es wird nicht so anstrengend, wie letztes Mal.** Er sagte lieber Bescheid und trocknete sich ab. **Dann können wir auch weiter, wenn du möchtest.** fügte er an. Dabei wollte er selber weiter, er blieb ungern so untätig. Er hatte eigentlich immer zu tun. Entweder er war wo und arbeitete. Dort war es dann erträglich, wenn er länger blieb. Oder wenn er nicht arbeitete, dann war er meist allein unterwegs. Er hatte auf jeden Fall immer was zu tun.

Leise seufzend, drehte der schlanke Dieb sich um und und kam zu ihm, half ihm beim Trocknen und genoß es, wenn er manchmal über die harten, sehnigen Muskeln streicheln konnte. **Ich weiß, daß du rastlos bist - und nach einer Weile können wir auch weiter, Talen. Aber einige Tage sollten wir noch hierbleiben, damit du dich völlig erholen kannst und wir auch die Ausrüstung vervollständigen und ausbessern können. Ich hatte so oder so nicht vor, länger als eine Woche hierzubleiben, doch es ist gut, wenn man sich zwischendurch ein wenig Zeit läßt und überlegt. Wir sollten uns auch erkundigen, wo es denn eine gute Gelegenheit für einen neuen Auftrag gibt, sowohl für dich, als auch für mich. Findest du nicht ?** Die Gedanken Velvets waren nachdenklich und ein wenig ernster als das Verspielte zuvor - auch er war eine rastlose Seele, doch manchmal gönnte er sich einige Tage der Entspannung und Ruhe, weitab von dem Streß der Städte, damit er wieder genug Kraft tanken konnte.

Talen seufzte leise. Er verstand aber auch gut, daß Velvet Recht hatte. Auch wenn er es selber nicht lange in der Höhle aushalten würde und vielleicht nachher noch einen Ausritt machen wollte. **Du hast wohl Recht.** gab er nach einer langen Pause zu. Er hatte gar nicht bemerkt, wie Velvet hin und wieder über seine Haut und Muskeln strich. "Ich reite nachher ein wenig... Darkmoon braucht ein wenig Bewegung. Er und ich sind fast immer in Bewegung."

"Dein Hengst ? Ich verstehe schon ... meine Stute ist sehr genügsam, sie ist froh, wenn ich einmal etwas ausspanne, ich lasse sie dann immer ein wenig grasen. Während du dich um deine restlichen Wunden kümmerst, mache ich uns Frühstück, Hm ? Dann können wir ja noch immer sehen, wie wir den Tag gestalten ...." Als Vel endete, hauchte er wieder einen sanften Kuß auf die Lippen des Anderen, schmunzelte und löste sich, um leise summend in die Haupthöhle zurückzukehren. Daß er noch immer nackt war, als er den Teekessel aufsetzte und ihnen aus dem restlichen Brot, dem Schinken und dem letzten Rest Käse und Obst ein Frühstück richtete, bemerkte er eigentlich nicht, denn es war für ihn normal, in seiner Höhle manchmal ein wenig lässiger zu sein.

**Du kannst Darkmoon auch einfach rauslassen, er wird nicht weglaufen. Er bleibt immer da, wo auch ich bin, und hört auf meinen Pfiff.** Talen gab Velvet noch Bescheid, man hörte noch ein wenig Verwirrung wegen dem erneut so sanften Kuss in den Gefühlen, die mitschwangen. Talen kam dann aber nach und setzte sich auf das Schlaflager. Dort konzentrierte er sich dann und heilte leise aufkeuchend die letzten kleinen Wunden. Die jetzt zogen ganz schön, es tat aber nicht so weh wie die tiefen Wunden.

Leise seufzend, schenkte Vel eine Tasse Tee ein und wartete, bis Talen fertig war - dann setzte er sich ihm gegenüber und reichte ihm den Tee, wischte ihm behutsam mit den Fingerspitzen den Schweiß von der Stirn und nickte leicht, als er ihm antwortete. **Ruh dich aus ... ich werde mich um deinen Hengst kümmern. Ich bringe dir noch das Frühstück, dann kannst du in Ruhe essen, ja ?**

**Ich danke dir.** Talen ließ Velvet spüren, wie dankbar er ihm war. Er gab es nicht gern zu und so war es eher ein Geschenk für Velvet, weil der sich so gut um ihn kümmerte. Er trank den Tee gleich aus und gab Velvet die Tasse dann wieder zurück. **Ich bin es nicht gewöhnt, so umsorgt zu werden.** Ob er das schon erwähnt hatte, wusste er im Moment nicht ganz, er wollte es Velvet nur noch mal sagen.

Leise schmunzelnd, nickte der Blauäugige und koste ihm kurz über die Wange, ehe er eine lose Haarsträhne Talens nach hinten strich und den Assassinen behutsam in das Lager zurücklegte. **Dann genieße es ein wenig, mein Hübscher ... es tut gut, einmal umsorgt zu werden, und ich tue es gerne.** Die Gedanken Vels waren weich und zärtlich, und spiegelten sich auch in dem weichen Schimmern seiner Augen - dann nickte er und stand auf, summte leise und zog sich eine Hose und ein weites Hemd an, schlüpfte in seine Stiefel und ging nach Draußen, um sich ein wenig um die Pferde zu kümmern.

Talen sah ihm nach und seufzte leise. Es tat wirklich gut, aber das gestand er sich selber nicht mal ein. Nebenher schlich sich das Bild Velvets in seine Gedanken, er sah verdammt gut aus in der hautengen Lederhose. Ein weiterer Gedanke schlich sich ein, als er dran dachte, daß er ja von Velvet Kleidung bekam. Er hoffte, daß diese Hose dann nicht ganz so eng saß. Darkmoon erhob sich aus dem Stroh, in dem er gelegen hatte, und musterte Velvet, als der zu ihm und der Stute kam. Er kam auf Velvet zu und stubste ihn an. Er wollte raus und sich bewegen. Ganz wie sein Herr eben.

Leise lachend, strich ihm der schlanke Dieb über die weichen Nüstern und nickte - auch wenn er härtere Arbeit eigentlich nicht mochte, für seine Stute hatte er immer gesorgt und nun tat er es auch für den Hengst Talens. Erst nach einiger Zeit kehrte er wieder zurück in die Höhle und zog am Eingang seine Stiefel aus, die er zuvor an einer Quelle an der Seite gesäubert hatte - ging gleich in die Badehöhle und wusch sich noch einmal, ehe er wieder zurück in die Wohnhöhle am und leise summend neue Kleidung heraussuchte. Auch für den Assassinen holte er frische Sachen, doch wohlgemerkt ein wenig Größere als die Seinen, auch wenn dies überhaupt kein Problem war. "Hier, mein Hübscher ... sie dürften dir passen. Ich habe immer eine frische Garnitur für Männer aller Größen in meinen Höhlen, denn manchmal nehme ich mir Besuch mit hierher und da kann frische Kleidung sehr nützlich sein."

"Soso..." murmelte Talen und nahm sogleich die Kleidung. Über Velvet wunderte er sich inzwischen schon nicht mehr, dieser Kerl war wirklich merkwürdig. Aber egal. Talen stand auf und schlüpfte in die Kleidung. Zwar war er Elf und nicht schamhaft, aber es war doch schön, wieder Kleider am Leib zu haben. Wie erwartet, passte die Kleidung wie angegossen. Velvet hatte ein Auge für Größen. Das weiße Hemd gefiel ihm zwar nicht so wirklich, aber das ließ er sich nicht anmerken. "Passt gut, ich danke dir."

Die Augen des schlanken Diebes kosten schon fast über den Körper Talens, ehe Vel aufstand und mit einem sachten, fast nicht erkennbaren Lächeln zu ihm kam. "Gern geschehen ... ich weiß, das weiße Hemd ist nicht so ganz das, was du gewohnt bist, aber bis wir Morgen in die Stadt reiten und dir neue Kleidung kaufen, geht es schon. Du wirkst ganz anders darin ... ein wenig verwegener und nicht ganz so unheimlich, doch nicht weniger gefährlich. Herrlich. Bitte verzeih, ich kann mir nicht helfen - wenn ich dich ansehe, möchte ich dich am Liebsten wie eine feine Süßigkeit langsam auf der Zunge zergehen lassen ...." Nur mit Mühe hielt Velvet die Magie aus seiner samtigen Stimme heraus - dann seufzte er leise und löste sich wieder, nickte und wies nach Draußen, als er noch ein sanftes "Dein Hengst ist schon Draußen, ich denke, er wird sich freuen, dich wiederzusehen." nachsetzte.

Talen musste einen Moment die Worte Velvets verdauen, dann löste er sich aus seiner Starre und nickte nur. Talen freute sich auf den Ausritt und ging dann hinaus. Darkmoon kam sofort zu ihm und stubste ihn liebevoll. "Ja, wir reiten ein wenig, mein Schöner." wispernd, strich Talen über die Nüstern und schwang sich dann auf den Rücken des Pferdes. Einen Moment später preschte er auch gleich mit ihm los. Beide mussten sich etwas austoben.

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