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”Der Eisriese Irtahir” 01
 

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Kapitel 1

 

Gerade eben brach die Nacht herein und eine Handvoll Krieger sammelte sich um ein großes Feuer, das sie beständig nährten, um die klirrende Winterkälte von ihren Körpern fernzuhalten. Das harzdurchtränkte Fichtenholz knackte und knisterte in den Flammen und ihr heller Widerschein spiegelte sich auf den Waffen und Rüstungen, solange sie nicht fellbedeckt oder blutverschmiert waren.

Wie schon in den vergangenen Tagen war der Clan der Wölfe siegreich aus der Schlacht gekommen und hatte dem Fuchsclan Verluste zugefügt ... doch auch in ihren eigenen Reihen war viel Blut geflossen und mancher Krieger lag auf dem eisigen Schlachtfeld und übergab seinen letzten Atemzug dem eisigen Schnee, der auf die Toten niederfiel.

Drei der fünf Krieger an dem Feuer waren alte Kämpen, die schon viele Schlachten geschlagen hatten ... die tiefen Narben auf der harten Haut kündeten ebenso davon wie die Schwielen, die ihnen Schwert oder Axt nach so vielen Jahren des Gebrauchs geschenkt hatten. Neben ihnen saß ein etwas jüngerer Krieger, der im besten Mannesalter schien – mehr als nur groß, sogar noch ein wenig größer als die anderen Krieger hier, und er unterschied sich vor allem durch das pechschwarze Haar der Kelten und die saphirblauen Augen. Neben ihm hockte ein Junge, der gerade eben das Mannesalter erreicht hatte – dies war seine erste Schlacht und die Alten sahen mit Stolz die Wunden, die zeigten, daß er sich gegen seine Gegner behauptet hatte.

Dieser junge Mann war es auch, der als Erster das Wort erhob, als er ein wenig scheu zu dem schwarzhaarigen Riesen blickte. "Stimmt es, daß du den Berserker der Füchse geschlagen hast ? Ich hätte niemals gedacht, daß man ihn besiegen kann ..." Doch noch ehe der Schwarzhaarige antworten konnte, trat ein anderer Krieger an das Feuer und fragte leise, ob er sich zu ihnen setzen und zuhören konnte. Mißtrauisch musterte ihn der Kelte, doch dann wurde sein Gesicht etwas weicher – der Schwarzhaarige fühlte die ungebundene Kraft und die Erfahrung des Rotblonden, auch wenn er durch seine schlankere Gestalt auffällig war. Mit einem kurzen Lächeln nickte der Fremde, setzte sich auf die noch freie Seite des Baumstammes, auf dem auch der Kelte saß und hielt seine schlankeren Hände an das Feuer. Erst jetzt hob der Kelte wieder seine Stimme und erzählte – ein wenig verwundert darüber, daß der Fremde ihm so interessiert zuhörte.

"Ja, ich habe ihn getötet – noch nie traf ich einen stärkeren Gegner in einer Schlacht, und das, obwohl ich schon mein halbes Leben auf den Schlachtfeldern verbrachte. Lediglich einmal traf ich auf stärkere Krieger ... doch sie waren keine Menschen." Er verstummte und erschauerte kurz – aber der Ältere ihm gegenüber war neugierig geworden und fragte schließlich. "Wovon sprichst du, Lairan ? Ich habe noch an keinem Lagerfeuer etwas ähnliches von deinen Lippen gehört."

Der Kelte ärgerte sich sichtlich, daß es ihm entschlüpft war – doch er wollte nicht als Feigling gelten und so sprach er schließlich weiter, auch wenn man merkte, wie schwer es ihm fiel. "Ich war noch jung ... nur einige Jahre älter als du, junger Luhil. Ich kämpfte damals noch ein wenig weiter im Norden und half einem Freund aus dem Bärenclan. Es war eine Ehrenschuld – und auch wenn ich sonst nicht für die Nordclans gekämpft hätte, diese Schuld mußte beglichen werden." Die Anderen am Feuer nickten ... sie alle wußten um die Verpflichtung, die eine Ehrenschuld mit sich brachte, und so brauchten sie keinen weiteren Grund.

"Es geschah an einem Wintertag, der ebenso dunkel und kalt war wie dieser hier ... die Sonne sank auf den Horizont und färbte den wenigen Schnee, der noch nicht mit Blut getränkt war, in ein gleißendes Rotgold. Unser Trupp geriet in einen Hinterhalt – wir hatten uns getrennt, um sie von zwei Seiten anzugreifen, doch die Gegner sahen diesen Zug voraus und stellten uns eine Falle. Sie überraschten uns und wir wehrten uns mit aller Kraft – die Gegner fielen unter unseren Schwertern und Äxten, doch es waren zuviele. Schließlich standen nur noch ich und der Letzte aus dem gegnerischen Trupp – wir bluteten Beide aus ungezählten Wunden und der Atem gefror noch auf unseren Lippen. Doch in uns Beiden brannte die Wut des Kampfes und so hoben wir unsere Äxte und schlugen aufeinander ein, kämpften und schließlich siegte ich und schlug das Blatt meiner Axt so tief in seine Schulter, daß es sein Herz durchtrennte. Endlich waren sie alle besiegt – und als ich meine Axt löste, blickte ich um mich und sah nur den roten Schnee, die Leichen der Krieger und die überall verstreuten Waffen. Ich überlegte gerade, wie ich am Besten zu dem anderen Trupp stoßen könnte ... doch dann hörte ich etwas, das nicht auf ein Schlachtfeld gehörte, etwas, das so unheimlich war, daß sich meine Nackenhaare aufstellten."

Die alten Krieger atmeten scharf ein – sie kannten die alten Legenden und ahnten, was sie vielleicht hören würden. "Erzähle mehr, Lairan ? Ich kenne dies noch nicht ..." Der junge Krieger, Luhil, hatte die Reaktion der Alten wohl bemerkt – sie wußten etwas, doch es schien nur mit leiser Stimme weitererzählt zu werden, so daß die Kinder und jungen Männer und Frauen es nicht erfuhren.

Als er die Frage des Jungen neben sich hörte, schüttelte der Kelte den Kopf – aber er erzählte dennoch weiter, denn die Worte drängten förmlich danach, endlich Gehör zu finden und erzählt zu werden.

"Es war ein Lachen ... so hell und warm wie die Sommersonne und so betörend wie der Duft einer schönen Frau. Ich sah auf und erschrak – nicht weit von mir entfernt stand ein Wesen, so schön, wie ich es noch nie gesehen hatte ... so feine Glieder, daß sie aus Elfenbein geschnitzt schienen, mit einer Haut, so weiß wie der jungfräulichste Schnee. Die Haare wie ein zartes, blauweißes Gespinst aus Spinnenseide, sie lockten mich ebenso wie dieser herrliche Körper, zuzugreifen und meine Finger darum zu schließen. Doch noch mehr als das fesselte mich dieses wunderschöne Gesicht, diese hellblauen Augen ... und die lockende Stimme, die mein Denken verwirrte, bis ich nur noch eines im Sinn hatte: Dieses Wesen zu meinem Eigentum zu machen."

Die Alten erschauerten erneut und schlossen für einen Moment die Augen – schließlich wagte es der Älteste, eine Frage zu stellen, die auch den anderen Beiden auf der Zunge lag. "War es ein Mann oder eine Frau ? Und was trug es ?"

Lairan zögerte, doch dann stählte er sich und antwortete leise. "Ich weiß es nicht ... es war schlanker und feiner, als ein Mann jemals sein könnte – und schöner als eine jede Frau, die ich jemals sah. Und es war nur mit einem feinen Stofftuch bekleidet, das so zart war, daß man fast durchsehen konnte. Ich wußte nicht, wie mir geschah ... ich hob meine Axt und ging zu diesem Geschöpf, wollte ihm das Gespinst vom Leib reißen und meine Lust stillen, doch es lachte nur und sprang leichtfüßig von mir weg, um ein wenig weiter weg im Schnee auf mich zu warten. Es trug keine Schuhe ... doch es schien die Kälte nicht zu bemerken, wie ein Traum lockte es mich und ich folgte ihm, während meine blutigen Stiefel tief in den unberührten Schnee sanken. Ich weiß nicht, wie lange ich durch den Schnee stapfte – alles, was ich sah, war dieses Wesen, wie es mir immer wieder entglitt und mich lockte. Schließlich brach ich zusammen und das Mondlicht verblasste gegen die aufgehende Sonne – ich brüllte vor Wut auf, denn ich sah, wie dieses Wesen im Sonnenlicht noch schöner wurde und förmlich leuchtete, mich mit seinem glockenhellen Lachen verhöhnte und mir meine Schwäche förmlich ins Gesicht spie."

Die Alten nickten – sie wußten, wovon der Kelte sprach und schauderten, ehe der Älteste schließlich das Wort erhob. "Ich kenne dieses Geschöpf ... auch ich habe es schon gesehen. Ich war ein Überlebender einer Schlacht, doch mein Bein war verletzt – als es kam und die Krieger, die noch gehen konnten, lockte, heulte ich wie ein verwundeter Wolf, denn ich konnte ihnen nicht folgen, auch wenn ich mein Leben dafür gegeben hätte. Das ist der Ruf Atara's – für die Einen ist es eine Frau, für die Anderen ein Mann, doch Beide sind so schön, wie es kein natürliches Geschöpf sein kann. Das Kind des Eisriesenkönigs, das die Verwundeten von den eisigen Schlachtfeldern lockt, damit sein Vater sie fressen kann."

"Der König der Eisriesen ? Meinst du den Irtahir der Legenden ?" Die Frage des Jungen war leise und angstvoll, denn diese Geschichte hatte eine tiefe Gänsehaut über seinen Rücken rieseln lassen. "Er ist keine Legende – er lebt und ist schrecklicher, als alles, das man sich vorstellen kann." Lairan erschauerte selbst, als er sich erinnerte – und er erzählte weiter, so als ob er niemals unterbrochen worden wäre.

"Ich schrie meinen Frust heraus und verfluchte meine Schwäche und die Wunden, die sie verursachten ... noch immer war dieses herrliche Geschöpf vor mir und lockte, wisperte süßeste Worte und versprach mir die schönsten Freuden, wenn ich es nur fangen könnte. Noch nie zuvor empfand ich solche Wut und Entschlossenheit – ich kämpfte mich ein weiteres Mal hoch und ging zu diesem Geschöpf, das nur lachte und so leichtfüßig wie ein Reh auf einer Wiese vor mir davonlief. Doch ich folgte den fast nicht sichtbaren Spuren ... dieses Geschöpf lief schnell und entfernte sich rasch, so daß es kleiner wurde und fast nicht mehr am Horizont sichtbar war. Doch ich gab nicht auf – die Spuren wiesen mir den Weg und so kam ich langsam, doch beharrlich näher, und schließlich schrumpfte der Abstand und ich konnte es wieder sehen. Auch dieses Geschöpf bemerkte es und zum ersten Mal verschwand dieses lockende Lächeln und ich sah Angst auf den schönen Zügen. Berechtigte Angst – ich habe noch nie aufgegeben, ich wollte dieses Wesen, und wenn es das Letzte war, das ich noch tun konnte. Es lief nun von mir davon, doch es war langsamer als zuvor ... es wurde schwächer und als ich nicht mehr weit von ihm entfernt war, änderten sich die Schneefelder, wurden harscher und höher, bis ich schließlich auf einem Weg innerhalb der hohen Schneewehen ging. Ich holte beständig auf und roch immer wieder den herrlichen Duft dieses Wesens – ich bemerkte gar nicht, daß sich aus dem Schnee vor uns langsam Eis auftürmte, ich versuchte nur immer wieder, diesen Schleier zu fassen."

Die Alten erschauerten erneut und einer von ihnen machte automatisch das Zeichen gegen das Böse. Der junge Krieger zögerte noch, doch auch er hatte schon die Legenden gehört und wisperte schließlich leise. "Das Eis ... meinst du die Festung der Eisriesen ? Die, die hoch im Norden liegt und in der die Eisriesen wohnen ?"

"Ja, die meine ich." Lairan knurrte leise bei der Erinnerung, doch dann erzählte er weiter, während ein Stück Kiefernholz leise zischend in den Flammen zerbrach. "Ich habe sie damals nicht bemerkt – alles, was ich sah, war dieses herrliche Geschöpf, das panisch vor mir floh und das ich besitzen wollte. Doch dann schrie es um Hilfe – immer wieder, und ich merkte, daß ich vorsichtig sein mußte. Es dauerte auch nicht lange, bis aus diesen Eistürmen zwei riesige Männer traten – sie hatten dicke Bärenfelle um sich geschlungen, ihr langer Bart und die ebenso langen Haare waren eisbedeckt und klirrten mit einem jeden ihrer schweren Schritte. Beide hielten sie Äxte und ich wußte, daß ich durch sie hindurch mußte, um zu dem Geschöpf zu gelangen. Sie waren doppelt so groß wie ich und auch doppelt so breit – doch sie waren langsamer, so daß ich meine Schnelligkeit gegen sie ausspielte. Wie ich es geschafft habe, ist mir bis Heute nicht klar – ich kann mich nur daran erinnern, daß ich meine Wut herausschrie und auf sie einschlug, ihre Axthiebe parierte und den Göttern dankte, daß meine Axt diese Schläge aushielt. Schließlich lagen sie tot im roten Schnee und ich ließ sie hinter mir – das dicke Blut der Riesen bedeckte meinen Körper, aber ich bemerkte es nicht, ich sah nur die angsterfüllten Züge dieses Wesens, das nun vor mir in die Festung flüchtete, als es merkte, daß die beiden Riesen tot waren. Noch nie zuvor hatte ich so etwas gesehen, doch in dem Moment beachtete ich es nicht – Hallen und Gänge, Zimmer und Tische aus Eis geschlagen, während die Sonne durch die blauen Eisfenster schien und alles zum Schimmern brachte. Ich folgte dem Geschöpf durch dieses Schloß bis zu einer riesigen Türe ... es klopfte und hämmerte, rief nach Jemanden, doch ich erreichte es und packte den Schleier, um ihn von dem herrlichen Körper zu ziehen. Endlich fühlte ich dieses weiche Fleisch – es war warm, wärmer, als ich erwartet hatte, auch wenn die Lippen so kalt wie Eis schienen, als ich sie mit den Meinen verschlang. Es war ein herrliches Gefühl ... so schön wie nichts zuvor in meinem Leben, doch es fand ein jähes Ende, als die Türe aufgerissen wurde, an die dieses Wesen zuvor noch so verzweifelt geklopft hatte. Ich sah auf – und zum ersten Mal in meinem Leben griff nackte Angst nach meinem Herzen, hielt es in seinen eisigen Klauen und ließ es nicht mehr los."

"Was hast du gesehen ?" Zum ersten Mal erhob der Fremde seine Stimme und Lairan horchte verwundert auf, da die Worte einen weichen Klang hatten, wie er ihn nur aus dem Süden her kannte.

"Etwas, das schlimmer als alles war, das man sich vorstellen kann: Vor mir stand der König der Eisriesen, Irtahir ... und er war noch gewaltiger, als ihn die Legenden beschreiben. Anders als die anderen Eisriesen trug er keinen Bart – sein Haar war so schwarz wie das Meine und auch seine Augen besaßen ein dunkleres Blau, doch sie waren völlig Blau, ohne das Weiß oder eine Pupille. Und sie leuchteten ... als er seinen Kopf bewegte, schienen sie einen helleren Schleier nach sich zu ziehen, auch wenn es mir nur so vorkommen konnte, die Angst läßt einen oft Dinge sehen. Auch er war doppelt so hoch wie ich – sein Körper war der eines Kriegers, kräftig und wohlgestalt, die Narben seiner Kämpfe mit Stolz getragen. Er packte mich am Kragen meiner blutigen Rüstung und riß mich zu sich – zog die Lippen zurück und offenbarte solch lange Eckzähne, daß ich unwillkürlich an die Raubkatzen des Südens denken mußte, oder auch an die riesigen Tiger, die im Eis nach Beute suchen. Er sagte nichts, doch ein Knurren rollte aus seiner breiten Kehle ... er trug nichts weiter als eine Hose und ein Cape aus dem Fell einer Schneeschlange und Stiefel, die aus dem Bauchleder einer Schneeschlange gefertigt schienen. Er stieß die Türe seines Zimmers wieder auf und warf mich dort auf den Boden, kam mir nach und zog noch auf dem Weg seine Kleidung aus, schleuderte sie auf die Seite und packte mich, um mir nun meine Rüstung und die Kleidung darunter vom Leib zu reißen. Ich war starr vor Angst – ich fühlte die Urkraft dieses Riesen und auch dessen Wildheit, sie lähmte mich wie der Blick eines Tigers ein schwächeres Tier lähmt. Er schien mich nicht töten zu wollen – doch was er wollte, sollte mir erst langsam bewußt werden und als das geschah, wünschte ich mir, daß er mich lieber getötet hätte."

Man hörte gut aus der nun dunklen Stimme des Kriegers heraus, wie sehr er sich selbst für die Angst verachtete – doch die Alten nickten nur verständnisvoll, denn auch sie kannten die Legenden des Eisriesenkönigs, der so mächtig war, daß selbst die schlimmsten Eisriesen ihm widerstandslos gehorchten, wenn er ihnen aus seinem von Schneeschlangen gezogenen Schlitten befahl. Die Alten bemerkten aber auch, daß der Fremde ihnen mehr als nur interessiert zuhörte – irgendwie kam er ihnen bekannt vor, doch sie konnten diesen flüchtigen Gedanken nicht fassen und schließlich fragte der junge Krieger, was weiter geschah und Lairan fuhr fort, zu erzählen.

"Ich lag schließlich nackt und aus den wieder aufgerissenen Wunden blutend vor dem Eisriesenkönig auf dem eisigen Boden – doch ich konnte mich nicht rühren, ich starrte auf ihn und schließlich packte er mich ein weiteres Mal und warf mich auf ein mit Fellen bedecktes Bett. Ein völlig unerwartetes Gefühl – so völlig gegensätzlich weich und warm, so anders als die Kälte, die ich seit der Schlacht um mich gefühlt hatte. Doch noch ehe ich mich wundern konnte, kam der Eisriese zu mir und ebenfalls auf das Bett – erst jetzt bemerkte ich dessen Männlichkeit und mir wurde schlagartig klar, was er von mir wollte. Ich versuchte, von ihm wegzukommen ... doch er packte mich und drückte mich in die Felle, knurrte dunkel und entblößte ein weiteres Mal seine langen Fänge, so daß ich schließlich nachgab und mich nicht mehr wehrte. Ich fühlte mich wie eine schwache, wertlose Beute – ich war mir nicht mehr sicher, ob er mich mit Gewalt nehmen oder ob er mich zerreißen und fressen würde. Meine Angst schien ihm zu gefallen, ebenso, daß ich aufgehört hatte, fliehen zu wollen – er kam über mich, und ich keuchte laut auf, denn sein Körper war noch heißer als der Meine. Ich fühlte, wie seine Härte sich förmlich in meinen Magen preßte und dabei noch mehr anschwoll ... ich konnte nur daran denken, daß er mich nun auf eine andere Art zerreißen würde, denn niemals konnte so etwas Großes in mich kommen, ohne daß es mich zerriß. Wie sehr hatte ich mich geirrt ..."

Lairan verstummte – dieses Erlebnis zehrte noch immer an seiner Kraft und er schloß die Augen, erstarrte jedoch, als weiche, warme Fingerspitzen seine Schultermuskeln berührten und sacht zu massieren begannen. Verwundert blickte der Kelte zu dem Fremden und verengte kurz die Augen – doch er fühlte nur Ruhe und schließlich beruhigte auch er sich, entspannte die harten Nackenmuskeln und atmete tief ein, um den Anderen am Feuer mehr zu erzählen.

 

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