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Talen und Velvet 02
 

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Talen musste schon ein paar Tage hier sein, sein Zeitgefühl hatte ihn etwas im Stich gelassen. Kein Wunder, er war einige Male ohnmächtig gewesen und bei den Trollen gab es auch keine wirklichen Tageszeiten, an denen er sich hätte richten können. Wie er herkam, war recht kompliziert. Er sollte einen Menschen töten, ein Auftrag eines anderen Menschen. Dummerweise war der Mensch ein Hehler von den Trollen, und die platzten mitten rein, als er dem Kerl die Kehle aufgeschlitzt hatte. Auf jeden Fall fand er sich in dieser vesifften Höhle wieder, und war den Trollen ausgeliefert. Gerade jetzt spielten sie wieder mit ihm und schwangen eine Peitsche, die gnadenlos seine Haut aufriss, als sie darauf traf. Um die Wunden mit seiner Fleischformermagie zu schließen, war er schon lange zu schwach, und so zischte er leise und gab erstickte Schmerzlaute von sich. Er würde den Trollen nicht die Genugtuung geben und schreien. Aber nach einigen Hieben ließen sie von ihm ab und grölten auf. "Unser Gast kommt zum Spielen, holt Bier und Fleisch !!" Smorgen war der Anführer der Gruppe und trieb seine Männer an. "Wir spielen später weiter mit dem spitzohrigen Bastard !"

Leise summend, stieg Velvet von seiner Stute ab und tätschelte sie kurz, ehe er sie dem jungen Troll übergab, der für die Ställe zuständig war ... als Dank für dessen Dienste und auch um dafür zu sorgen, daß Jener seine Mira gut versorgte, warf er dem jungen Troll noch einen kleinen Ring zu, den dieser mit einem breiten Grinsen fing und sich dann gleich daran machte, die Stute bestens zu versorgen. Der schlanke Dieb hingegen ging mit einem vollen Beutel an Münzen und Edelsteinen, der an seinem Gürtel klimperte, in die ihm so wohlbekannten Höhlen herab und grüßte hier und da einen der Trolle, den er kannte, ehe er im Hauptsaal ankam und breit zu lächeln begann. "Smorgen ! Wie schön, dich zu sehen, wie ich sehe, hast du die Saphire, die du bei unserem letzten Spiel gewonnen hast, gut gebrauchen können, Hm ?" Doch dann keuchte er leise auf, als ihn der Troll in eine Bärenumarmung zog und lachte, als er wieder freikam und dann von den anderen Trollen begrüßt wurde, die ihn mehr als nur gut kannten.

"Ja, ich hab gut was mit anfangen können." erklärte Smorgen und lachte laut. Talen hingegen hob seinen Kopf leicht an und blickte erschöpft in die Richtung, aus der die ihm bekannte Elfenstimme kam. Er hatte das Gefühl zu halluzinieren, als er den Elf sah und die silbernen Haarsträhnen. Smorgen schob Velvet derweil weiter zum Spieltisch. "Lass sehen, was du zu bieten hast, Velvet, du hast immer so schöne Menschensachen." Als der Name fiel, senkte Talen wieder seinen Blick. Er war es wirklich und es behagte ihm nicht, daß der Dieb ihn so sah... aber vielleicht erkannte er ihn ja nicht.

Das tat Velvet auch nicht. Er war es gewohnt, daß die Trolle sich manchmal Elfensklaven holten, und ihn kümmerte es nicht, da die Trolle ihre eigenen Gründe dafür hatten. "Wie immer, Smorgen, mein Freund - wie immer, du kennst mich ja. Und ich kenne dich und deine Vorlieben, Hm ?" Leise lachend, nahm er den schweren Samtbeutel und legte ihn auf den großen Tisch an der Seite - nickte aufmunternd auf den Beutel, nahm einen Humpen mit Wein, den ihm ein anderer Troll gebracht hatte, und trank einen tiefen Schluck daraus, während der Trollführer die Beute begutachtete.

Velvet schien ihn wirklich nicht zu erkennen, das war gut in Talens Augen. Smorgen sortierte sich derweil einen Grossteil an Schmuck und Steinen heraus und holte dann Goldmünzen hervor, um den Schmuck dagegen einzutauschen. Es war für Trolle ein angemessener Betrag. Smorgen tauschte mit Velvet nämlich ziemlich fair. "Ich hab noch ein paar schöne Dolche, wenn du Interesse hast." Smorgen nickte zu den Waffen, die Talen bei sich gehabt hatte. Sie waren für Trolle nicht geschaffen und somit konnte er sie entweder verhökern oder einschmelzen.

"Nachher, mein Freund - erst das Vergnügen, dann der Handel. Ich brauche so oder so noch ein paar Dinge, aber das können wir nach dem Spielen erledigen, wenn ich noch genug Gold in meinem Beutel habe, Hm ?" Vel lachte mit den Trollen, denn sie alle wußten, daß der Elfendieb nur die Hälfte des Goldes, das er gerade bekommen hatte, beim Spielen einsetzte - und sie wußten auch, daß der Handel danach ebenso einträglich werden wüde wie der Handel mit dem Schmuck. Der schlanke Elf war nicht umsonst ein gern gesehener Gast in den Hallen dieser Trolle, die dafür bekannt waren, daß sie nur zwielichtiges Gesindel mit noch zwielichtigeren Dingen belieferten. "Komm - hol die Würfel heraus, es ist schon lange her, daß ich richtigen Spaß hatte, die Menschen sind so einfallslos in ihren Spielen."

Smorgen lachte schallend und nickte. "Menschenpack... dummes Pack !" Dann holte er die Würfel und gab Velvet den Becher. Wie immer durfte er zuerst. "Bringt Wein für mich... und mischt was von seinem Blut dazu !" befahl er einem seiner Männer, der sogleich gehorchte. Er füllte Wein in einem Humpen und kam grinsend zu Talen. Mit einem Messer schnitt er ihm in den Oberschenkel und drückte den Humpen so an die Wunde, daß sein Blut dort hineinfloss. Talen stöhnte leise auf und biss die Zähne zusammen, was Smorgen gar nicht passte. Dieser Elf sollte endlich schreien... aber dazu war später noch Zeit.

Sie hatten sich inzwischen an den großen Steintisch gesetzt und Vel stellte seinen Humpen Wein an die Seite, nahm einen der Goldbeutel und legte ihn auf den Tisch, ehe er die Würfel in dem Becher tanzen ließ und schließlich auf den Tisch kippte. Dann reichte er den Becher an einen anderen Troll weiter, während er sich zurücklehnte, den Arm über die Lehne des Steinstuhls legte und den Trollführer leise schmunzelnd ansah. "Du weißt doch, daß mich ein schreiender Elf nicht ablenkt, Smorgen ... davon abgesehen, ist dieser scheinbar ziemlich stur, so, wie du ihn ausgepeitscht hast. War er teuer ? Oder habt ihr ihn selber gefangen ? Es ist schon eine Weile her, daß du einen Elfensklaven hattest, diesen Weißhaarigen, den du so gern in die Felle genommen hast, nicht wahr ? Dieser hier ist aber stärker - wußte gar nicht, daß dein Geschmack sich geändert hat, Smorgen ...." Es war eine gutmütige Neckerei zwischen den Beiden, denn Velvet wußte, daß dieser Troll gerne einmal zerbrechliches, helles Fleisch in seinen Fellen mochte, auch wenn sie Beide dieses Vergnügen bisher noch nicht geteilt hatten.

Die Worte sorgten dafür, daß Talen den Kopf hob und zu den Beiden rüberblickte. "Wenn du es wagst, reiße ich dir den stinkenden Trollschwanz ab !" Seine Stimme war schneidend kalt und doch verbarg er dahinter die Furcht davor, daß genau das eintreffen würde. "Ach Velvet, jetzt hast du die Überraschung für ihn verdorben... er ist zwar wirklich nicht das, was ich sonst mag, aber er bekommt das Vergnügen.... Dieses Biest hat meinen Hehler auf dem Gewissen und somit hat er mir ein gutes Geschäft vermasselt."

"Assehed ? Und der da an der Wand war das ? Scheiße. Ich habe auch öfters mal bei dem Menschen etwas verkauft, ich wollte nächsten Monat zu ihm." Vel schnalzte mißbilligend mit der Zunge und senkte dabei seine Brauen, ehe er einen Schluck Wein nahm und ein Goldstück zu dem Gewinner des Spiels warf, seinen Humpen wieder auf die Seite stellte und würfelte. Während der nächsten zwei Stunden ging das Spielglück immer wieder zu dem einen oder Anderen und sie redeten über den einen oder anderen Auftrag, lachten über alte Geschichten und genossen die Zeit, die sie verbrachten. Doch Velvets Gedanken kehrten immer wieder zu dem angeketteten Elfen zurück - er ahnte schon, daß die Waffen, die ihm Smorgen verkaufen wollte, die des Geketteten waren, und er ahnte auch, wer dieser Elf war. Auch wenn sie sich nur diese kurze Zeit getroffen hatten - diese Stimme und vor allem diese herrlichen, eisgrünen Augen erkannte Velvet unter Tausenden hervor und überlegte, was er wohl tun konnte. Dann kam ihm eine Idee - er hatte nurmehr wenige Goldstücke, so daß sie bald zum Handeln beginnen würden, und sorgte durch einen unbemerkten Schlenker seines Bechers dafür, daß die Würfel schlecht für ihn fielen und er dieses Spiel und somit auch seine letzten Goldstücke höchstwahrscheinlich verlieren würde.

So war es dann auch, und Smorgen lachte auf. "Kein Glück Heute, mein Freund." Mit den Worten zog er die restlichen Goldstücke zu sich herüber und verfrachtete sie in seinen gut gefüllten Beutel. Talen hatte die Beiden beobachtet, er war sicher, daß Velvet ihn erkannt hatte. Er hatte die ganze Zeit überlegt, ob er über seinen Schatten springen sollte und das tat er jetzt. **Du hast mich erkannt, nicht wahr ?** Sein Senden war etwas schwächer. Die Wunden und der Blutverlust, der dadurch entstanden war, schwächten ihn ziemlich. "Lass uns handeln." kam es von Smorgen. "Ich hab schöne Sachen... auch einen schwarzen Hengst, der wäre was für deine hübsche Stute."

"Du bist unverbesserlich, Smorgen !" Velvet lachte auf den offensichtlichen Scherz, da sie Beide wußten, daß seine Stute bald wieder rossig werden würde, und schüttelte amüsiert den Kopf, als er dem Troll auf die breite Schulter klopfte, während sie in die Höhle mit den Handelswaren gingen, die nebenan gelegen war. **Natürlich habe ich dich erkannt, mein Hübscher - aber laß dir nichts anmerken, verhalte dich genauso wie sonst auch, damit ich dich hier rauskriegen kann.** Man merkte Velvet nicht an, daß er zu dem Gefangenen gesendet hatte, und er war froh, daß die Trolle ein Senden nicht hören konnten und auch kein Halbblut in Smorgens Rotte war. "Ich brauche wieder einen Lichtwürfel und vier von den Kugeln mit dem Menschenbetäubungsgas - die, die ich hatte, sind inzwischen aufgebraucht. Du hast etwas von Waffen erzählt ? Mal sehen, vielleicht gefällt mir ja etwas davon, und erzähl ein wenig mehr von dem Hengst ?" Der schlanke Dieb war neugierig und lächelte offen zu Smorgen, denn egal, was ihm auch einfiel wegen Talen, er wollte sich auf keinen Fall seine Freundschaft mit dem Troll verderben, die mehr als nur einträglich für sie Beide war.

Talen antwortete nicht mehr sondern schwieg, weil er verstanden hatte... obwohl er noch ein leises. **Danke.** nicht für sich behalten konnte. Smorgen lachte wegen dem Hengst und führte Velvet zu dem prächtigen Pferd. "Ein starker Kerl. Der Elf hatte scheinbar alles mit, was er fürs Leben braucht. Teilrüstung, Waffen.. Decken und etwas Kleidung." Er nickte zu der Ecke, wo sich Talens gesamte Habseligkeiten vorfanden. Der Hengst stand ruhig in der Pferdebox daneben. "Ist erstaunlich ruhig der Bursche." Smorgen öffnete die Box, so konnte Velvet den Hengst begutachten.

"Ruhig ist gut, du weißt ja, daß ich diese wilden Pferde nicht mag. Er ist scheinbar ein Mischling ... bei der Größe ? Und pechschwarz, ein schönes Tier. Ich denke, ich nehme ihn - sehen wir zu den Sachen des Elfen ? Du weißt doch, daß ich Waffen immer gut gebrauchen kann ....." Mit einem kurzen, aufmunternden Nicken zu dem Troll wartete der Dieb, bis das Gatter zu dem Hengst wieder geschlossen war - Vel vertraute den Trollen, daß sie ihm gesagt hätten, wenn der Hengst irgendeinen Fehler hätte, denn sie kannten sich lange genug, um Einander nicht zu betrügen.

"Waffen hatte er Einiges... und erstaunlicherweise diese Nadeln da." Die Waffen lagen ordentlich auf einem Steintisch und Smorgen nahm eine der Nadeln und zeigte sie Velvet. "Das ist Trollwerk... ziemlich alt, und waren auch mal giftig." erklärte Smorgen und nahm dann einen der Dolche. "Von Elfenschmieden, eine schöne Arbeit, wenn man bedenkt, daß kein Troll sie gemacht hat." Diesmal gab er Velvet die Waffe in die Hand. "Außerdem hat er noch eine Teilrüstung mit Helm dabei, er scheint ziemlich rumzukommen."

Velvet nickte und nahm den Dolch, schwang ihn kurz und gab ihn dann wieder zurück. "Ja, eine schöne Arbeit - der Dolch liegt gut in der Hand und ist auch schlank genug, daß ich ihn verwenden kann. Zeigst du mir die Rüstung ? Ich muß wissen, ob sie mir passen kann, auch die anderen Sachen, die dieser Elf dabei gehabt hat ..." Der Elfendieb mußte vorsichtig vorangehen, denn der Trollführer würde mißtrauisch werden, wenn er gleich alles nehmen würde.

"Sie hat deine Größe, denk ich... auch wenn er etwas rundere Muskeln hat." murmelte Smorgen und hob den Brustpanzer der Rüstung auf, um ihn Velvet anzuhalten. "Siehst du ? Passt... auch wenn du ein dickeres Hemd tragen müsstest. Oder ein Hemd und drüber das Kettenhemd." überlegte Smorgen, legte den Panzer beiseite und hielt Velvet das fein gearbeitete Kettenhemd an. "Is auch ne feine Arbeit... du weißt, ich lobe selten was, das kein Troll gemacht hat."

Leise schmunzelnd, nickte der Elf und nahm das Kettenhemd, befühlte die feinen Ketten und lächelte, denn der Stahl war durch Elfenmagie extra gehärtet und leichter, als er normalerweise wäre. Nach und nach begutachtete Velvet alles aus dem Gepäck Talens und nickte dann und wann, legte die Sachen wieder zusammen und wickelte sie schließlich in die große Decke, die dabeigelegen hatte. "Ich nehme die Sachen, Smorgen - ich denke .... ja, ich nehme es. Wieviel willst du für das Zeug und den Hengst ?" Die Augen Velvets glitzerten einen Moment, als er daran dachte, daß er die Sachen eventuell einem Hehler verkaufen könnte - er würde es zwar nicht tun, doch er hoffte, daß er Smorgen damit täuschen und neugierig machen konnte.

"Alles ?... Willst es weiterverkaufen, Hm ?...Hast einen Abnehmer ?" Smorgen fiel drauf rein, er kannte dieses Glitzern und fragte daher gleich nach. Dann nannte er Vel eine faire Summe und wartete auf dessen Antwort.

Jener lachte leise und hob neckend eine Braue, ehe er nachdachte und schließlich ein berechnendes Lächeln aufsetzte. "Du hast Recht - ich weiß zufällig einen Menschen, der mir das alles abkaufen kann. Hmmm.... ich hätte sogar einen Abnehmer ......." Velvet unterbrach sich und zog aus einem kleinen Fach im Saum seines Capes einen gänseeigroßen, geschliffenen Saphir heraus und hielt ihn lockend in einen Lichtstrahl, so daß sich das Licht in den tiefblauen Facetten fing. "Ich kenne da einen alten Haudegen, der eine besondere Klientel hat. Er verkauft hübsche Elfen an Menschen, die ein wenig ... sagen wir, besondere Gelüste haben ? Ich würde dir für das Gepäck und das Pferd dreißig Goldstücke bieten, und für deinen Gefangenen diesen Saphir ? Du weißt, dieser Saphir ist mehr wert als der störrige Elf, der dir nicht mal die Genugtuung gibt, zu schreien ...."

Jetzt glitzerten Smorgens Augen und ein breites, gieriges Grinsen zog sich auf seine Lippen. Er brauchte den Stein nur ansehen und wusste, daß Velvets Angebot mehr als gut war. "Gut, er gehört dir, Velvet. Die anderen Sachen dann auch." Er lachte leise. "So entschädigt das Aas von Elfe noch den Verlust, den ich machte." Im nächsten Moment rief er einen seiner Männer und befahl ihm, Talen abzuketten. "Wie ich dich kenne, gehst du bald wieder... und ich bin fair und du bekommst den Lichtwürfel und das Pulver für den Rest, den der Stein wert ist." Im nächsten Moment wurde Talen schon zu ihnen geschubst und landete vor den Füßen Velvets und Smorgens. Er trug eine Kette um den Hals, so hatte Velvet eine bessere Kontrolle. "Du bist eben verkauft worden, um dann an einen Menschen weiterverkauft zu werden... der kann dann seine besonderen Gelüste an dir stillen." Smorgen lachte, als Talen erschauerte, und als er den Blick Velvets sah, klopfte er dem Dieb auf die Schulter und grinste. "Nun, er ist dein." Er sah, wie Velvet schon den Gewinn ausrechnete, dieser Elf gefiel ihm und er machte gern mit ihm Geschäfte.

Mit einem leisen Lachen nahm Velvet seinen Goldbeutel vom Gürtel und zählte dreißig Goldstücke in die Hand des wartenden Trolls - dann legte er noch den Saphir dazu und schloß dessen Hand, hauchte ihm einen Kuß auf die Wange, ging wieder zu Talen und nahm dessen Kette auf, um ihn ein wenig zu sich zu ziehen. "Nimm die Sachen, Sklave, und bring sie zu dem Hengst, wir werden gleich aufbrechen. Und sei schön artig - ich habe keine Skrupel, dich zu züchtigen, wenn es sein muß."

Ohne etwas zu sagen, kam Talen auf die Beine, er war etwas wackelig, und doch gehorchte er und sattelte seinen Hengst und verstaute seine Sachen, so wie er es gewohnt war. **Danke für deine Hilfe, ich stehe in deiner Schuld.** Mehr kam noch nicht von ihm. Er war deutlich angeschlagen, aber er schaffte alles. Einer der Trolle führte den Schwarzen zu Velvets Stute und Smorgen gab Velvet den Beutel mit dem Pulver und dem Leuchtwürfel. Fast sah es aus, als hätte Talen sich in sein Schicksal ergeben, weil es besser war, als von den Trollen misshandelt zu werden, als er zu Velvet kam und wartete, was weiter geschah. "Ich wünsch dir gute Geschäfte... und lass dich bald mal wieder blicken." Smorgen griff sich Velvet und drückte ihn zum Abschied noch mal ganz feste an sich.

Der schlanke Dieb lachte leise und erwiderte die Umarmung, wisperte noch ein kurzes "Ich denke, in ein oder zwei Monaten, wenn die Menschen mir wieder zu langweilig werden ?" und löste sich dann, um auch den anderen Trollen freundlich zuzunicken. Dann ging er zu seiner Stute und saß auf - neigte sich kurz zu dem Gefangenen und nahm dessen Halskette auf, nickte und ließ seine Stute vorgehen, während der Hengst nachtrottete, da sein Halfter am Sattel der Stute befestigt war. Erst, nachdem sie eine Weile von den Trollen entfernt waren und schon weit außer Sichtweite, hielt Velvet die Pferde an und sprang herab, ließ die Kette los und nahm seinen Umhang ab, schlang ihn um die Schultern Talens und hielt ihn fest an sich. **Komm, setz dich auf deinen Hengst - ich kenne einen Unterschlupf nicht weit von hier, da können wir uns verstecken und du dich erholen ....** Nichts zeigte mehr von seinem vorigen Verhalten, nur Sorge klang in dem Senden Velvets, da er mehr als nur gut sehen konnte, wie erschöpft der Grünäugige war.

Talen war froh um den Halt, den er von Velvet bekam, er war kurz davor, zusammenzubrechen, er hatte kaum noch Kraft. **Du musst mir aber helfen, ich kann... ich kann nicht mehr.** Noch bevor sein Senden geendet hatte, sackte er auch schon in sich zusammen. Schon, als sie losgegangen waren, hatte Talen mit seinem Körper um jeden kleinen Schritt gekämpft und jetzt hatte er diesen Kampf verloren. Mit Mühe versuchte er, die Schwärze, die ihn umgeben wollte, zu vertreiben, doch auch diesen Kampf verlor er und wurde bewusstlos. Der Hengst spürte, daß es seinem Herren nicht gut ging und trottete näher, um Talen mit den Nüstern anzustubsen.

Mit einem leisen Keuchen ging Velvet in die Knie, da Talen schwerer als er selbst war - dann seufzte er leise und legte ihn hin, ging zu dem Pferd und zog es langsam zu Boden, bis es lag und er den Bewußtlosen über den Rücken des Hengstes legen konnte. Behutsam band er ihn fest und nickte - dann ließ er den Hengst langsam wieder aufstehen, stieg wieder auf seine eigene Stute und ritt langsam zu der kleinen Höhle, die er kannte und die so versteckt lag, daß sie auch Keiner entdecken würde, da die nächste Straße mehrere Stunden entfernt war.

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Als er schließlich bei Einbruch der Dunkelheit endlich die Höhle erreichte, war Vel mehr als nur erleichtert - behutsam band er den Bewußtlosen los und schleppte ihn in die Höhle, brachte die Pferde in eine kleinere Nebenhöhle und versorgte sie, ehe er mit einem leisen Senden die Efeuranken, die ein befreundeter Baumformer ihm einmal geformt hatte, über den Eingang der Pferdehöhle wuchern ließ. Dann ging er in die Haupthöhle und ließ auch diesen Eingang wieder durch den geformten Efeu verschließen, zündete in der Höhle ein kleines Feuer in dem ebenfalls geformten Kamin an und kümmerte sich nun um die Wunden Talens, ehe er die Schlösser der Fesseln knackte und sie ihm abnahm. Erschöpft und müde zog er sich nun selbst aus und legte sich neben Talen, zog eines der warmen Felle über sie Beide und schlief recht schnell ein, da sie in dieser Höhle sicher waren.

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